Ciao Haltbarkeitsdatum!

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Zeit für ein neues System gegen Lebensmittelverschwendung?

In einer aktuellen repräsentativen Umfrage, durchgeführt von Kantar im Auftrag des deutschen Kochboxversenders Hello Fresh, wurde die Einstellung der Verbraucher zum Thema Haltbarkeitsdaten von Lebensmitteln genauer beleuchtet. Die Umfrageergebnisse zeigen einen interessanten Wandel in der Wahrnehmung und dem Umgang mit Haltbarkeitsdaten.


Immer mehr Verbraucher sind bereit, das starre Konzept des Haltbarkeitsdatums zu hinterfragen und flexiblere Ansätze zu akzeptieren. Die Umfrage ergab, dass 65% der befragten Verbraucher angaben, ihre Sinne wie Geruch, Aussehen und Geschmack, als verlässlichere Indikatoren für die Qualität von Lebensmitteln zu betrachten als das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass das Vertrauen in die eigenen Wahrnehmungen und Erfahrungen beim Beurteilen der Lebensmittelqualität gestärkt wird.


Die Umfrage zeigte auch, dass 72% der Befragten angeben, Lebensmittel auch nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums zu konsumieren, wenn sie äußerlich noch in gutem Zustand sind und kein ungewöhnlicher Geruch oder Geschmack festgestellt wird. Diese Veränderung in der Einstellung der Verbraucher kann auf ein wachsendes Bewusstsein für die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung sowie auf den Wunsch nach einer nachhaltigeren Nutzung von Ressourcen zurückgeführt werden.


Hello Fresh, ein führender Kochboxversender, hat auf diese veränderte Einstellung reagiert und Maßnahmen ergriffen, um die Wahrnehmung und Nutzung von Lebensmitteln zu verbessern. Durch das Konzept der Kochboxen werden nur die benötigten Zutaten in den richtigen Mengen geliefert, was die Lebensmittelverschwendung minimiert. Zudem setzt das Unternehmen verstärkt auf umweltfreundliche Verpackungen und gibt seinen Kunden Tipps zur optimalen Verwertung von Lebensmitteln.


Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen, dass Verbraucher bereit sind, traditionelle Ansätze zur Lebensmittelhaltbarkeit zu hinterfragen und alternative Wege zu finden, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Die Einführung flexiblerer Richtlinien für Haltbarkeitsdaten und eine verstärkte Sensibilisierung der Verbraucher für die eigenen Sinneswahrnehmungen können dabei helfen, einen nachhaltigeren Umgang mit Lebensmitteln zu fördern.


Diese Entwicklungen stellen auch die Lebensmittelindustrie vor neue Herausforderungen. Hersteller und Händler werden ermutigt, ihre Verpackungs- und Kennzeichnungstechnologien zu überdenken, um den veränderten Bedürfnissen und Erwartungen der Verbraucher gerecht zu werden. Eine verbesserte Kommunikation und Aufklärung über die Lebensmittelqualität sowie die Förderung von nachhaltigen Verpackungslösungen können dazu beitragen, das Vertrauen der Verbraucher zu stärken und eine positive Veränderung im Umgang mit Lebensmittelhaltbarkeit zu bewirken.


Insgesamt zeigt die Umfrage, dass Verbraucher zunehmend bereit sind, das starre Konzept des Haltbarkeitsdatums zu hinterfragen und alternative Ansätze zu akzeptieren. Diese Veränderung eröffnet Chancen für eine nachhaltigere und ressourcenschonendere Nutzung von Lebensmitteln und erfordert eine Anpassung der Industrie, um den neuen Bedürfnissen der Verbraucher gerecht zu werden.


Hintergrund der Studie
Für die Studie rekrutierte das Forschungsteam eine Gruppe von Teilnehmern mit Sitz in den USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden und Belgien, die einem Aufruf von HelloFresh folgten. Die Stichprobengröße umfasste bis zu 200 Teilnehmer pro Markt. Im Laufe von zwei Wochen wurden die Teilnehmer der Studie gebeten, in täglichen Umfragen über die Menge an Nahrungsmitteln zu berichten, die in der ersten Woche von den mit HelloFresh zubereiteten Mahlzeiten übrig blieben, und danach sieben Tage lang über ihre Erfahrungen mit einer herkömmlichen Ernährung (ohne HelloFresh) zu berichten. Zu den anderen Alternativen gehörten im Supermarkt gekaufte Lebensmittel, Essen zum Mitnehmen, Abendessen vom Lieferservice, Tiefkühlgerichte oder das Essen in Restaurants.

Neben dem Wuppertal Institut hat ein internationales Expertengremium, bestehend aus der TU Berlin, der FH Münster, der University of Cambridge, der Universität Wageningen und ReFED, an der Entwicklung dieser Studie mitgewirkt.